Liebe Frieda Bär,

wir hoffen, dieser Brief erreicht dich auf besondere Weise, auch wenn du längst nicht mehr bei uns auf der Erde, sondern an einem anderen Ort ruhst.
Wir sind zwei Teilnehmerinnen im Rahmen einer bevorstehenden Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz.
Uns ist bewusst, dass diese Reise für alle Teilnehmer ein tiefgreifendes Erlebnis sein wird. Diese Fahrt soll uns die Gelegenheit bieten, die grausame Geschichte unseres Landes und unserer Vorfahren zu begreifen. Doch mit "begreifen" meinen wir nicht nur, zu wissen, was damals geschehen ist, sondern es auf einer emotionalen Ebene zu erfühlen. Auch wenn diese Gefühle niemals die volle Realität widerspiegeln können.
Frieda, über deine Kindheit ist uns leider nichts bekannt, außer, dass du sie in Lübeck verbracht hast. Weitere Informationen über dein Leben tauchen erst mit dem Umzug von der Königstraße 45 in die St. Annen-Straße 20 in Lübeck im Jahr 1935 auf. Dieser Umzug scheint ein bedeutender Wendepunkt in deinem Leben gewesen zu sein, und wir fragen uns, ob du damals vielleicht schon unbewusst eine Ahnung von den bevorstehenden Veränderungen hattest. Denn ab diesem Zeitpunkt, veränderte sich alles schlagartig.
Nachdem dein Ehemann Semmy Bär und du der Deportation nach Riga im Winter 1941 entkommen wart, war der Verlust von Semmy im folgenden Frühjahr womöglich wie ein emotionaler Tiefpunkt, nach einem Funken Hoffnung. Zu dieser Zeit wohntet ihr wahrscheinlich im Asylheim der jüdischen Gemeinde in der St.-Annen-Straße 11. Wie muss sich dieser Schicksalsschlag für dich angefühlt haben? Obwohl wir womöglich eigentlich gar nicht wissen möchten, wie es sich anfühlt, die einzige Person zu verlieren, die man noch um sich hat und die man liebt, sind wir dennoch interessiert daran, wie du mit dieser tiefen Trauer umgegangen bist.
Nur drei Monate und fünf Tage später folgte das Ereignis, das dich wahrscheinlich schließlich komplett aus dem Leben gerissen hat: die Deportation nach Theresienstadt. Du wurdest zu einem der Opfer dieses schrecklichen Verbrechens. Während wir grade dabei sind, diesen Brief zu schreiben, stellen sich uns lauter Fragen. Wie verlief die Deportation? Hattest du eine Vorstellung davon, was dich erwartet? Welche Gefühle hast du in diesem Moment verspürt? Hast du geahnt, wohin sie euch bringen würden? Wir könnten noch viele weitere Fragen stellen, doch sie werden wohl für immer unbeantwortet bleiben, denn niemand außer dir kann sie beantworten. Und genau das ist das Schlimme an der Vergangenheit.
Nach der Deportation nach Theresienstadt folgte am 29. Januar 1943 der Transport nach Auschwitz, an dem Tag, der dein letzter auf dieser Erde gewesen sein soll.
Während wir nun diese Worte niederschreiben, überkommt uns beide tiefe Nachdenklichkeit. Wir können und wollen einfach nicht verstehen, warum solche Verbrechen Teil unserer Geschichte sind. Warum gibt es Menschen, die andere Menschen verschleppen, leiden lassen und letztendlich töten? Und das alles mit voller Absicht? Es bleibt in unseren Augen unerklärbar.
Frieda, du musst eine unglaublich starke Frau gewesen sein. Und wir haben den vollsten Respekt vor dir und den anderen Opfern des Holocausts. Geschichten wie deine sind Mahnungen an uns alle, niemals die Vergangenheit zu vergessen. Millionen unschuldiger Menschen, unter anderem du, wurden Opfer der schlimmsten Verbrechens der Menschheitsgeschichte.
Was ihr alles erleben musstet, ist einfach nicht vorstellbar. Auch wenn ihr als Zeugen nicht mehr bei uns seid, bleiben eure Geschichten hoffentlich unter uns und dienen nicht nur als Erinnerung, sondern als Beweis eurer Tapferkeit und Stärke.
Deine Geschichte ist eine Mahnung an uns alle, die Erinnerungen an die unmenschlichen Verbrechen und schrecklichen Ereignisse des Holocaust in unseren Gedanken zu bewahren. Wir dürfen niemals vergessen, was geschehen ist, und wir sollten alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass sich solche Gräueltaten nie wiederholen. Und obwohl dies die Vergangenheit nicht ändern kann, hoffe ich, dass sie bewirkt, dass die folgenden Generationen vor ähnlich schrecklichen Schicksalen bewahrt werden.

Und wir persönlich nehmen uns zur Aufgabe, deine Geschichte weiter in die Welt zu bringen.
Du bleibst in unseren Erinnerungen.

Deine Jette und Karolina, Q1

 

 

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GRUSELGESCHICHTE 2023

Gruselgeschichtenwettbewerb

 

Der diesjährige Gruselgeschichtenwettbewerb der 5.Klassen sollte diese Frage beantworten.
In den Deutschstunden und auch zu Hause wurden eifrig und engagiert anschauliche und vor allem gruselige Geschichten geschrieben und Gruselplakate gebastelt. Diese durften dann der Klasse präsentiert werden. Jede Klasse ermittelte zwei „Klassensiegergeschichten“, die von einer unabhängigen Jury, bestehend aus der Schülervertretung und der Schulleiterin, bewertet wurden.
Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien erfolgte dann die Siegerehrung. Zum ersten Mal versammelten sich alle 5.Klassen in der Aula und lauschten gespannt den drei „Siegergeschichten“, die von den AutorInnen selbst vorgelesen wurden. Unter tosendem Applaus verkündete Herr Rosenberger die Platzierungen und übergab die Urkunden und Präsente. Ein Dank geht an dieser Stelle an die Kulturmark für die erneute Finanzierung der Preise.
Die Geschichte „Freitag, der 13.“ hatte in diesem Jahr den höchsten „Gruselfaktor“.
Aber auch die VerfasserInnen der restlichen Geschichten dürfen stolz auf sich sein, denn auch sie haben zu einem gelungenen Wettbewerb beigetragen.

Herzlichen Glückwunsch!

Wir wünschen euch nun viel Spaß beim Lesen. Vorsicht, nicht erschrecken!

Platz 1: „Freitag, der 13.“ (Ella Gast, 5c)

Platz 2: „Das verlassenen Krankenhaus“ (Luca Plückhahn, 5b)

Platz 3: „Geheimnisvolle Begegnung“ (Alina Himmelmann, Greta Gast, 5a)

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http://ostsee-gymnasium.net/ogt/news?start=30#sigProId30d22b85dc

Liebe Frau Betty Emmering,

ich hoffe, dieser Brief erreicht Sie, obwohl ich weiß, dass die Ereignisse, die ich ansprechen werde, vor vielen Jahren stattgefunden haben. Mein Name ist Selina Fellenberg, und ich bin eine Schülerin der 11. Klasse am Ostsee-Gymnasium Timmendorfer Strand.
In meiner Projektwoche habe ich an der Vorbereitung für unsere Auschwitzfahrt teilgenommen, dort haben wir uns mit verschiedenen Aspekten des Holocausts und der Geschichte des Zweiten Weltkriegs beschäftigt.
Dabei bin ich auf Ihre Lebensgeschichte gestoßen, die mich zutiefst berührt hat.
Es ist schwer vorstellbar, durch welche schrecklichen Zeiten Sie gegangen sind. Sie wurden 1881 in Deutschland geboren. Ihre Entscheidung, 1935 nach Holland zu fliehen, zeugt von großem Mut und Überlebensinstinkt, besonders in Anbetracht der sich verschlechternden politischen Lage in Deutschland.
Um so trauriger ist es zu wissen, dass Ihre Flucht nicht ausreichte, um Sie vor der Grausamkeit der Nazis zu schützen. Im Jahr 1943 wurden Sie zunächst nach Bergen-Belsen und dann 1944 nach Auschwitz deportiert, einem Ort des unermesslichen Leids und des Todes für so viele unschuldige Menschen. Dort wurden sie am 11. Oktober 1944 ermordet.
Als Schülerin finde ich es wichtig, dass Ihre Geschichte und die Geschichten anderer Holocaust-Überlebenden erzählt werden, um sicherzustellen, dass die Welt niemals die schrecklichen Taten vergisst, die während dieser Zeit begangen wurden. Ihr Leben und Ihre Erfahrungen sind ein wichtiger Teil unserer Geschichte, der nicht in Vergessenheit geraten darf.
Ich möchte Ihnen meinen Respekt und meine Anerkennung für Ihre Stärke und Ihren Überlebenswillen ausdrücken. Obwohl wir uns nie persönlich begegnet sind, bin ich dankbar dafür, dass ich Ihre Geschichte kennenlernen durfte. Sie sind eine Person, die für die Menschlichkeit und den Kampf gegen Vorurteile und Hass steht.

In Gedanken bei Ihnen und mit großem Respekt,

Selina, Q1

 

 

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Volleyballteams des OGT vertreten Schleswig-Holstein beim Bundesfinale 2023


Vom 20.-23.11.2023 fand das diesjährige Bundesfinale Volleyball der Altersklasse 4 (Jhg. 2010 – 2012) in Bad Blankenburg (Thüringen) statt. Jeweils ein Jungen- und ein Mädchenteam des Ostsee-Gymnasiums Timmendorfer Strand starteten in Begleitung von den Sportlehrerinnen Antje Kauder und Isabelle Schröder gegen 16 Mannschaften von Schulen aus anderen Bundesländern. Bereits die Qualifikation dafür war für die OGT-Teams ein großer Erfolg.
Gespielt wurde am ersten Tag in der Vorrunde in vier gelosten Gruppen mit vier Teams aus ganz Deutschland, darunter Sportinternate und Sportschulen mit Schwerpunkt Volleyball.

Liebe Elsa Strawczynski,

ich schreibe dir diesen Brief, obwohl ich ganz genau weiß, dass Worte allein nicht ausreichen werden, um meine Emotionen widerzuspiegeln.
Deine Lebensgeschichte hat sich in mein Herz gebrannt und ich bewundere dich für deine unglaubliche Stärke als Frau, Mutter und Gattin, die du inmitten des Holocausts gezeigt hast.
David, dein Mann und du seid wahrlich bemerkenswert. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen, wie es sich angefühlt haben muss, eure Söhne bei der Flucht nach Holland zurückgelassen zu haben, um sie vor der Einweisung in ein Konzentrationslager zu schützen. Das Unwissen darüber, ob jedes Wiedersehen mit euren Söhnen das letzte sein könnte — schrecklich.
Die Opfer, die du erbracht hast, die Zeit mit deinen Söhnen, allein, weil du eine Halbjüdin warst, zeigen, wie sehr dir deine Familie am Herzen lag.
In der Hoffnung auf ein besseres Leben seid ihr – du und David – nach Brüssel gezogen und konntet euch nach fast drei Jahren endlich wieder mit euren Söhnen vereinen, die nun schon erwachsen waren. Das Glück sollte allerdings nicht von langer Dauer sein, die Wiedervereinigung nahm bedauerlicherweise ein Ende, da Brüssel schon von Deutschland besetzt war. Ihr wurdet gemeinsam als Familie nach Auschwitz deportiert und du, liebe Elsa, hast aufgrund deines Geschlechts direkt nach der Ankunft dein Leben verloren.
In meinen Augen warst du eine Heldin, die ihre Widerstandsfähigkeit und Opferbereitschaft klar offenbart hat. Du warst ein Opfer des Holocausts, jedoch ist deine Geschichte ein Zeugnis für die Stärke des menschlichen Geistes und der bedingungslosen Liebe einer Mutter zu ihrer Familie. Dein Vermächtnis erinnert uns daran, die schrecklichen Konsequenzen von Hass niemals zu vergessen.
Es ist mir bewusst, dass es seltsam erscheinen mag, dass ich, eine privilegierte, 16-jährige Deutsche an ein Holocaust-Opfer schreibt, jedoch möchte ich dir eines versichern, ich werde deine Geschichte mit großer Ehrfurcht und Verantwortung tragen. Elsa, ich möchte, dass du weißt, dass deine Geschichte nicht in Vergessenheit geraten wird. Ich werde sie tief in meinem Herzen bewahren und weitergeben, denn die Welt darf nicht vergessen, was du und deine Familie und die unzähligen weiteren Juden in dieser furchtbaren Zeit durchgemacht habt.
Ich selbst stehe kurz vor einer Reise nach Auschwitz und es bricht mir das Herz zu wissen, dass du trotz deiner Bemühungen nicht vor den Grauen des Holocaust verschont werden konntest.
Während meiner Reise wirst du stets in meinen Gedanken sein, du erinnerst uns daran, wie wichtig es ist, gegen Hass und Intoleranz einzutreten, damit die Schrecken des Holocausts sich niemals wiederholen können.
Mögen deine Familie und du in Frieden ruhen und eure Geschichte in unserem Herzen weiterleben.
In Liebe und Respekt,


Anna Sophie, Q1

 

 

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AUF IN DIE WELT-MESSE IN HAMBURG AM 02.12.2023 ZEIGT WEGE ZU SCHÜLERAUSTAUSCH UND GAP YEAR 2024

Einladung



Für Fernweh-Begeisterte: Spezialmesse für das Auslandsjahr -
Schüleraustausch, High School, Internate, Privatschulen, Sprachreisen,
Gap Year, Au Pair, Colleges, Ferien- und Sommercamps,
Freiwilligendienste, Praktika, Work and Travel

Sehr geehrte Damen und Herren,

als gemeinnützige Stiftung bieten wir für Schüler und Abiturienten
die unabhängige Informationsmöglichkeit und Orientierung für
Auslandsaufenthalte während und nach der Schulzeit

AUF IN DIE WELT-Messe in Hamburg
Auslandsjahr, Schüleraustausch und Gap Year
02.12.2023, 10 bis 16 Uhr
Gymnasium Marienthal
Holstenhofweg 86, 22043 Hamburg

Die AUF IN DIE WELT-Messe bietet umfassende und unabhängige
Informationen für Auslandsaufenthalte

* für Schüler/innen und Schulabgänger/innen: Angebote, Erfahrungen,
Ideen und Praxis-Erfahrungen zu Schüleraustausch, Gap Year und
Stipendien
* für Eltern: Überblick über den Markt, ausgesuchte seriöse
Anbieter, die Rahmenbedingungen, unabhängige Beratung, Kosten und
Finanzierungsmöglichkeiten

Schwerpunkte dieser Messe sind

* Führende seriöse Austauschorganisationen und Sprachreiseanbieter
* Auslandsaufenthalte während der Schulzeit
* Auslandsaufenthalte nach der Schulzeit
* Finanzierungsmöglichkeiten und Stipendien

Mit der Messe sprechen wir Schülerinnen und Schüler von der
Klassenstufe 8 bis zum Abitur, ihre Familien und Pädagogen an.

Gerne können Sie diese Einladung an interessierte Schüler, Eltern und
Pädagogen in Ihrem Umfeld weiter geben.

Informationen zur Messe www.aufindiewelt.de/hamburg 

Der Eintritt ist kostenfrei.

„Ich habe lieber weggeschaut“ - Gedenkstättenfahrt 7. - 14. Oktober 2023

„Ich habe lieber weggeschaut“, so lauteten die Worte eines Kraftfahrers in Auschwitz, der Häftlinge zu medizinischen Versuchen gefahren hat und genau wusste, was mit ihnen geschehen würde. Symbolisch steht dieser Ausspruch für die Ignoranz und das Versagen der vielen direkt oder indirekten Beteiligten, während der Holocaust seinen verheerenden Lauf nahm.

Unsere Reise in diese Vergangenheit war eine zutiefst bewegende und lehrreiche Erfahrung. Die Reise führte uns an einen Ort, der als ein Symbol für eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte steht.

Doch unsere Fahrt zur Gedenkstätte Auschwitz war mehr als „nur“ ein Besuch an einem historischen Ort – es war eine Reise in die tiefsten Abgründe der Menschheit, aber auch ein Versprechen, die Erinnerung an die Opfer des Holocaust am Leben wachzuhalten. 

Auschwitz, der Ort, an dem über eine Million unschuldiger Menschen während des Holocausts ihr Leben ließen. Zu diesem Ort brachte uns die Reise.

Wir alle wussten, was auf uns zukommen würde, doch trotzdem verfolgte uns ein Gefühl der Ungewissheit, der Unsicherheit, ob wir diesem Ort emotional gewachsen sein würden. Mit diesen Ängsten wurden wir nicht alleine gelassen, im Gegenteil, wir wurden auf alles Bevorstehende sehr gut vorbereitet.

Unsere Fahrt begann morgens sehr früh und wir erreichten gegen Mittag unseren ersten Stopp - Berlin. Dort verbrachten wir zwei Tage und beschäftigten uns am ersten Tag intensiv mit dem jüdischen Leben in Berlin auch schon vor der Zeit des Nationalsozialismus und am zweiten Tag beschäftigten wir uns mit den Tätern und mit Berlin während des Nationalsozialismus, sodass auch dieser Aufenthalt uns weiter auf alles Bevorstehende vorbereitete. 

Je mehr wir über die Thematik erfuhren, desto bedrückter wurde natürlich auch die Stimmung in unserer Gruppe. Wir realisierten nun immer mehr, welche Komplexität dieses Thema aufweist und es diese intensive Beschäftigung wirklich benötigt, um ansatzweise zu verstehen, wie diese Taten zustande kamen. Obwohl wir uns so intensiv mit dem Holocaust auseinandersetzten, konnten wir trotzdem nicht wirklich nachvollziehen, wie so viele Menschen zu soviel Grausamkeit in der Lage waren. 

An dem darauffolgenden Tag setzte sich unser Bus in Bewegung und wir fuhren nach Polen, nach Oświęcim, wie Auschwitz eigentlich heißt. Am Abend erreichten wir unser Ziel. Spätestens als das Schild „Oświęcim“ zu lesen war, wurde allen bewusst, dass wir nun wirklich da waren; alle schauten aus dem Fenster und sahen sich die Umgebung ganz genau an. Heutzutage ist Oświęcim ein ganz normaler Ort, wir fahren an Einkaufsläden vorbei, unbeschwerte Menschen gehen durch die Straßen, ein Ort wie jeder andere – oder doch nicht. 

Am nächsten Tag betrachteten wir Oświęcim und seine umliegenden Dörfer genauer und suchten einige sogenannte „stillen Orte“ auf, welche zur damaligen Zeit auch in Verbindung zum Konzentrations- und Vernichtungslager standen, heutzutage aber nicht mehr als Orte des Schreckens zu erkennen sind. Durch den Besuch dieser Orte begannen wir den Komplex „Auschwitz“ besser zu verstehen. Denn hinter Auschwitz steckte so viel mehr, als „nur“ ein Konzentrations- und ein Vernichtungslager. Es gab so viele kleinere Orte im sogenannten Interessengebiet, einem Sperrgebiet, das ca. 40 Quadratkilometer groß war und das zu Auschwitz und seiner Tötungsmaschinerie gehört hat. 

Am Nachmittag war es dann so weit, wir besuchten das Stammlager Auschwitz I. 

Als wir das ehemalige Konzentrationslager und heutige Gedenkstätte erreichten, empfing uns eine Kälte, die sich tief in unsere Knochen grub. Aber die Kälte, die wir dort spürten, ging weit über das Wetter hinaus. Sie war eine Erinnerung an die Kälte der Herzen derjenigen, die in Auschwitz vor Jahrzehnten geherrscht hatten. Es war schwer vorstellbar, dass an diesem Ort vor nicht allzu langer Zeit unschuldige Menschen gelitten hatten und gestorben waren.

Der Rundgang begann schließlich und wir standen vor dem berüchtigten Tor von Auschwitz. "Arbeit macht frei" stand in eisernen Buchstaben geschrieben, und dieser zynische Schriftzug hallte in unseren Köpfen. Wir gingen durch die verfallenen Baracken, in denen die Gefangenen unter unmenschlichsten Bedingungen leben mussten. Die Überreste von Schuhen, Brillen und Haaren der Opfer waren stumme Zeugen des Grauens, welches hier stattgefunden hatte. Dieser Moment war für die meisten der Emotionalste der ganzen Fahrt; es führte vor Augen, wie real das Ganze leider war. Die Gegenstände der ehemaligen Häftlinge, die in den verschiedenen Ausstellungen zu sehen waren, berührten uns sehr, ebenso die vielen Portraitfotos der Häftlinge, die auf den langen Gängen einzelner Blocks ausgestellt waren. Das Grauen war nicht mehr weit weg, es fühlte sich so nah an - unser Bild von dem Ort, wo so viele unschuldige Menschen leben und sterben mussten, wurde immer konkreter.

Aber das Emotionale an diesem Besuch waren nicht nur die physischen Überreste, sondern auch die Geschichten, die uns von unserem Guide erzählt wurden. Die Geschichten von Menschen, die ihre Familien und ihre Zukunft verloren hatten. Die Geschichten von Heldinnen und Helden, die trotz des Grauens ihre Menschlichkeit bewahrten und anderen halfen. Die Geschichten von Überlebenden, die es geschafft hatten, gegen alle Widrigkeiten zu überleben und damit Zeugen dieser schrecklichen Geschichte zu werden. 

An diese Menschen versuchen wir auch heute noch zu erinnern. Wir, die Teilnehmer der Fahrt, haben uns intensiv mit Familien aus Lübeck beschäftigt, welche Opfer des damaligen NS-Regimes wurden und Briefe für sie verfasst. Diese Briefe haben wir in Auschwitz während unserer kleinen Gedenkfeier verlesen und wir haben Blumen für sie und für die vielen unzählbaren Toten niedergelegt. 

Auschwitz wird immer ein dunkler Fleck in der Geschichte bleiben. Auschwitz warnt uns vor dem, wozu Menschen in der Lage sind anderen Menschen anzutun. Fraglos wird unser Besuch dort uns für immer daran erinnern, wie wichtig es ist, für Toleranz, Mitgefühl und Menschlichkeit einzustehen. Auschwitz war ein Ort des Leidens, aber es kann auch ein Ort des Lernens und der Erinnerung sein, damit wir niemals vergessen, wohin Hass und Intoleranz führen können.

Der Besuch war eine Mahnung – er zeigte uns, dass in Menschen auch sehr viel Böses schlummern kann. Er war ein Aufruf, niemals die Augen vor den Gräueltaten der Vergangenheit und der Zukunft zu verschließen, niemals wieder wegzusehen, nicht so handeln, wie der Kraftfahrer in Auschwitz es ausdrückte: „Ich habe lieber weggeschaut“. Denn welche Folgen das Wegschauen haben kann, sollte nun allen ausnahmslos bewusst geworden sein. Wir tragen die Verantwortung für die Zukunft, diese Geschichte und ihre vielen Opfer nie zu vergessen und müssen sicherstellen, dass sich diese Taten nie wieder wiederholen; nie wieder dürfen wir sagen: „Ich habe lieber weggeschaut!“

Malisa, Q1

 

Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz 7. - 14. Oktober 2023

 

Seit einigen Jahren bitten wir die Teilnehmer*innen für die Menschen aus Lübeck, die nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden, fiktive Briefe zu schreiben. Einige dieser Briefe werden dann von ihnen an der Grundresten der provisorischen Gaskammer des Roten Hauses in einer kleinen Gedenkfeier verlesen. Anschließend legen wir dort Blumen und von der Ostsee mitgebrachte Steine an dem Ort nieder, an dem Hanna und Hermann Mecklenburg ermordet wurden. In diesem Jahr haben wir die Briefe für die Homepage zusammengestellt.  

 

 

Lieber James Lissauer,

Lieber Hermann Rosenstein,

Lieber Hermann Mecklenburg,

Lieber Aron Adolf Emmering,

Liebe Therese Mecklenburg,

Liebe Martha Bertha Hindel,

Liebe Lisa,

Liebe Jürris Elsa Strawczynski,

Liebe Hanna Mecklenburg,

Liebe Frieda Bär,

Liebe Frau Betty Emmering,

Liebe Elsa Strawczynski,

 

 

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AUF IN DIE WELT-MESSE IN HAMBURG AM 11.11.2023 ZEIGT WEGE ZU SCHÜLERAUSTAUSCH UND GAP YEAR 2024

Für Fernweh-Begeisterte: Spezialmesse für das Auslandsjahr -

Schüleraustausch, High School, Internate, Privatschulen, Sprachreisen,
Gap Year, Au Pair, Colleges, Ferien- und Sommercamps,
Freiwilligendienste, Praktika, Work and Travel

Sehr geehrte Damen und Herren,

als gemeinnützige Stiftung bieten wir für Schüler und Abiturienten
die unabhängige Informationsmöglichkeit und Orientierung für
Auslandsaufenthalte während und nach der Schulzeit

AUF IN DIE WELT-Messe in Hamburg
Auslandsjahr, Schüleraustausch und Gap Year
11.11.2023, 10 bis 16 Uhr
Sophie-Barat-Schule
Neue Rabenstraße 1, 20354 Hamburg

Die AUF IN DIE WELT-Messe bietet umfassende und unabhängige
Informationen für Auslandsaufenthalte

* für Schüler/innen und Schulabgänger/innen: Angebote, Erfahrungen,
Ideen und Praxis-Erfahrungen zu Schüleraustausch, Gap Year und
Stipendien
* für Eltern: Überblick über den Markt, ausgesuchte seriöse
Anbieter, die Rahmenbedingungen, unabhängige Beratung, Kosten und
Finanzierungsmöglichkeiten

Schwerpunkte dieser Messe sind

* Führende seriöse Austauschorganisationen und Sprachreiseanbieter
* Auslandsaufenthalte während der Schulzeit
* Auslandsaufenthalte nach der Schulzeit
* Finanzierungsmöglichkeiten und Stipendien

Mit der Messe sprechen wir Schülerinnen und Schüler von der
Klassenstufe 8 bis zum Abitur, ihre Familien und Pädagogen an.

Gerne können Sie diese Einladung an interessierte Schüler, Eltern und
Pädagogen in Ihrem Umfeld weiter geben.

Informationen zur Messe www.aufindiewelt.de/hamburg

Der Eintritt ist kostenfrei.

Verkehrssicherheitstraining am OGT - die Polizei kam in die Schule

Tag 1: Theorieunterricht
Liebe Schülerinnen und Schüler am 10.10.2023 kam ein Polizist zu uns in die 5 Klassen. Er hat uns die Regeln und Gefahren im Straßenverkehr in Erinnerung gerufen. Von Verkehrszeichen über sicheres Überqueren von Straßen bis hin zu den Grundlagen der Fahrradwartung – wir wurden umfassend informiert und konnten viele Fragen loswerden. So hat Herr Schäfer, der Polizist, uns beispielsweise mitgeteilt, dass es über 400 Verkehrszeichen gibt. Er hat auch gesagt, dass wir mit dem Fahrrad nicht über den Zebrastreifen fahren dürfen.